Geschichte
CHAPEL Raum für Stadtkultur e.V.

Die CHAPEL wurde 1951 nach einem Entwurf des Mannheimer Architekten Emil Serini erbaut. Sie diente als gemeinsame Kirche für die Angehörigen unterschiedlicher Konfessionen aus dem Headquarter und Mark Twain Village der US-Streitkräfte. Im Erdgeschoss befinden sich ein großer Sakralraum und Nebenräume.
Die CHAPEL gilt als Symbol des Kalten Krieges, aber auch der Konfessionskultur amerikanischer Soldaten und ihrer Angehörigen in Heidelberg. Im Inneren befinden sich der Kirchenraum mit einer Empore, ein kleinerer Saal im Souterrain sowie mehrere Nebenräume.Im Untergeschoss gibt es kleinere Räume. Bemerkenswert sind die den Kirchensaal gliedernden Holzbinder sowie die Fenster, in denen, neben religiösen Darstellungen, auch Wappen militärischer Abteilungen zu sehen sind.
Weil die ehemalige Kirche im Mark Twain Village an die Folgen des Kalten Krieges in Deutschland und an die Konfessionskultur der amerikanischen Bürger in Heidelberg erinnert, steht sie unter Denkmalschutz.
Besonders älteren BewohnerInnen der Südstadt wird die CHAPEL vor allem durch die lebensgroße Weihnachtskrippe in Erinnerung bleiben, die in der Weihnachtszeit immer aufgestellt wurde.
Das Gebiet von Mark-Twain-Village wurde im Rahmen des mittlerweile abgeschlossenen Abzugs der amerikanischen Armee ab Ende der 2000er-Jahre sukzessive an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) zurückgegeben. Diese veräußerte große Teile davon Ende 2015 an die Stadt Heidelberg sowie an ein Bündnis aus mehreren genossenschaftlich organisierten Banken und Wohnungsbauunternehmen und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft.
In einer Sitzung hatte der Bezirksbeirat Südstadt festgehalten, dass die ehemalige CHAPEL vor allem von Menschen im Stadtteil öffentlich genutzt werden und für Einrichtungen aus den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales zur Verfügung stehen soll
Viele Jahrzehnte ist die Heidelberger Südstadt nicht als eigenständiger Stadtteil wahrgenommen worden. Das lag vor allem daran, dass sich die Südstadt entlang zweier innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen entlang zog. Ein Zentrum oder ein Stadtteilmittelpunkt fehlte.
Mit dem Abzug der US-Streitkräfte aus Heidelberg erwachte die Südstadt aus ihrem Dornröschenschlaf. 43,4 Hektar, das sind etwa ein Viertel des Stadtteils, umfasste das Gebiet von Campbell Barracks, dem ehemaligen Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa, und der amerikanischen Wohnsiedlung Mark-Twain-Village. Mit dem Masterplan von 2014 wurde die Umgestaltung der Konversionsflächen festgeschrieben. Für die ehemalige Militärkirche - die CHAPEL, im Mark Twain Village (MTV) an der Kreuzung Römerstraße/Rheinstraße – wurde eine sozio-kulturelle Nutzung ins Auge gefasst. Die CHAPEL steht unter Denkmalschutz.
Im Rahmen des dialogischen Planungsprozesses (Bürgerbeteiligung) wurde im November 2014 eine Arbeitsgruppe Stadtteilmitte eingerichtet. Eines der wesentlichen Ergebnisse der Beratungen war die Forderung, dass für eine gelingende Entwicklung des Stadtteils ein Bürgerbegegnungszentrum entstehen soll. Hiervon ausgehend wurde mit lokalen Akteuren aus der Südstadt in drei Workshops unter Federführung des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Heidelberg ein Nutzungs- und Betreiberkonzept für die CHAPEL in der Südstadt erstellt.
Am Donnerstag, 21. Juli 2016, hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass die CHAPEL als Bürgerzentrum genutzt werden soll. Die Nutzung soll vor allem dem Stadtteil zugeordnet sein und ist für Kultur, Bildung und Soziales vorgesehen. Nach Sanierung und Umbau des Gebäudes soll das Bürgerzentrum ein wichtiger Baustein der neuen Stadtteilmitte der Südstadt werden. Der Trägerverein CHAPEL Raum für Stadtkultur e.V. wird das Bürgerzentrum betreiben.
